Creditreform SchuldnerAtlas 2018 Region Leipzig

Private Überschuldung in der Region Leipzig sinkt

Zum fünften Mal in Folge ist die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland angestiegen: Zum Stichtag 1. Oktober 2018 sind bundesweit über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 19.000 mehr als noch im letzten Jahr. Da die Bevölkerung im vergangenen Jahr nochmals leicht zugenommen hat, bleibt die Überschuldungsquote insgesamt bei 10,04 Prozent (2017: 10,04 Prozent).

Sachsen weist erstmals seit 2011 einen Rückgang der Überschuldungsfälle ( -3.000 Fälle) auf. Die Schuldnerquote sinkt auf 9,92 Prozent (- 0,05 Punkte). Im Bundesländervergleich verbleibt Sachsen damit weiterhin auf Rang 4 hinter Bayern (7,43; -0,04; +2.000), Baden-Württemberg (8,31; +0,00; +5.000) und Thüringen (9,30; +0,05; +0).

Überschuldung in der Region Leipzig geht zurück

Auch in der Region Leipzig, dazu zählen die Stadt Leipzig, der Landkreis Leipzig, der Landkreis Nordsachsen sowie ein Teil des Landkreises Mittelsachsen, geht die Schuldnerquote erstmals seit Jahren wieder leicht zurück und liegt aktuell bei 11,99 Prozent (Vorjahr 12,10 Prozent). Rund 110.000 Personen gelten aktuell im Raum Leipzig als überschuldet oder weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf.

Trotz Rückgang der Schuldnerquote - Stadt Leipzig bleibt Schlusslicht

Die Schuldnerquote der Stadt Leipzig ist in diesem Jahr zwar leicht gesunken. Dennoch bildet die Stadt Leipzig mit einer Quote von 13,43 Prozent (2016: 13,50 Prozent) sowohl in der Region als auch in Sachsen zum wiederholten Mal das Schlusslicht. Auch im Vergleich aller Großstädte über 400.000 Einwohner zählt Leipzig zu einer der Großstädte mit dem höchsten Verschuldungsgrad in Deutschland und bleibt, wie in den letzten Jahren, auf dem vierten Rang.

Im Leipziger Stadtgebiet steht die Schuldnerampel im Osten und Westen weiter auf „dunkelrot“. In Volkmarsdorf und Neuschönefeld bleibt die Schuldnerquote, trotz eines Rückgangs von minus 1,23 Prozentpunkten, mit 25,45 Prozent überdurchschnittlich hoch. Am geringsten fällt, wie in den Vorjahren, die Überschuldung von privaten Verbrauchern in Mölkau und Baalsdorf aus. Hier liegt die Schuldnerquote bei 5,96 Prozent (2016: 6,21 Prozent) und somit am unteren Ende der Skala in der Region. Den größten Rückgang der Quote (minus 1,48 Prozentpunkte) verzeichnet im Stadtgebiet und der gesamten Region Leipzig erneut Seehausen mit 10,53 Prozent.

Im Landkreis Nordsachsen steigt die Schuldnerquote leicht auf 11,28 Prozent (2017: 11,2 Prozent). Mockrena und Schildau weisen die niedrigsten Quoten im Landkreis auf. In Mockrehna verringert sich die Schuldnerquote um 0,03 Prozentpunkte auf 7,06 Prozent. In Schildau steigt die Quote um 0,12 Prozentpunkte auf 7,11 Prozent. Torgau bleibt auch in diesem Jahr im Landkreis am höchsten verschuldet. Die Schuldnerquote steigt um 0,53 Prozentpunkte auf 14,53 Prozent an.

Die Schuldnerquote im Landkreis Leipzig beträgt in diesem Jahr 9,97 Prozent (2016: 9,94 Prozent). Die niedrigste Schuldnerquote im Landkreis und der gesamten Region Leipzig wurde erneut in der Gemeinde Kohren-Sahlis mit 5,44 Prozent ermittelt. Großpösna rangiert mit einer Schuldnerquote von 5,86 Prozent auf ähnlich niedrigem Niveau. Die höchste Schuldnerquote im Landkreis Leipzig zeigt sich, trotz eines erneuten Rückgangs, in Böhlen mit 14,36 Prozent. Einen überdurchschnittlich hohen Anstieg der Schuldnerquote verzeichnet Regis-Breitingen. Die Quote steigt um 4,07 Prozentpunkte auf 13,52 Prozent.

Im gesamten Landkreis Mittelsachsen ist die Schuldernquote gesunken und aktuell bei 9,19 Prozent (2017: 9,31 Prozent). Zur Region Leipzig zählen allerdings nur Döbeln, Hartha, Leisnig, Ostrau, Penig, Roßwein und Waldheim. Waldheim liegt mit einer Schuldnerquote von 16,76 Prozent im roten Bereich der Verschuldungsskala.

Die genaue Betrachtung der Daten zeigt, dass die Fälle mit hoher Überschuldungsintensität, also mit gerichtlichen Sachverhalten, in der Region Leipzig abgenommen haben ( -2.122 Fälle). Durch die gute Arbeitsmarktlage und insgesamt stabile Konjunktur gelingt es Betroffenen offensichtlich, sich aus der dauerhaften „Schuldenspirale“ zu befreien. Die Zahl der Personen, die eine geringere Überschuldungsintensität (weiche Überschuldungsmerkmale) aufweisen, hat sich dagegen erhöht. (+1.680 Fälle). Dabei bildet insbesondere der Auslöser unwirtschaftliche Haushaltsführung und Konsum in vielen Fällen „schleichend“, den Einstieg in eine dauerhafte Überschuldungssituation. Der drastische Anstieg der Wohn- und Mietkosten sowie die steigenden Ausgaben für Energie und Mobilität werden für viele Verbraucher zu einer immer stärkeren Belastung.

Insgesamt betrachtet, lässt sich für die Region Leipzig keine einheitliche Aussage treffen. Einerseits zeigen sich in einzelnen Gebieten sowohl positive wie auch negative Trends. Das führt zu einer extremen Spreizung mit sehr geringen aber auch hohen Überschuldungsanteilen.

Überschuldung liegt dann vor, wenn der Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen kann und ihm zur Deckung seines Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben übersteigen dauerhaft die Einnahmen. Mit Hilfe der Schuldnerquoten kann die Überschuldung in ihrer geographischen Verteilung u.a. bis hin auf die Ebene von Postleitzahlenbereichen dargestellt werden.

Leipzig, 15. Januar 2018

 

Daten und Grafiken der bundesweiten Analyse

SchuldnerAtlas Deutschland 2018

 

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